Knapper Sieg gegen Bremen Nord

Wir haben unseren zweiten Sieg eingefahren! Da hat sich die Vorbereitung am Freitag gelohnt.

Auswärts gab es ein 4½:3½ gegen Bremen-Nord. Wir waren an den meisten Brettern DWZ-mäßig schlechter besetzt, an meinem über 200 Punkte. Von daher war nicht unbedingt mit einem Sieg zu rechnen.

SK Bremen-Nord 3½ : 4½ Fortuna Logabirum
1 Issing, Peter (2111) 0 : 1 (2143) Aden, Tammo 1
2 Döscher, Arne (2079) ½ : ½ (2008) zur Brügge, Carsten 2
3 Janusch, Gerd (2063) ½ : ½ (2005) Aden, Keno 3
4 Koch, Carsten (1957) ½ : ½ (2028) Rau, Uwe 4
5 Kosak, Robert (2007) ½ : ½ (1908) Homann, Arne 5
6 Döscher, Thorsten (2073) 0 : 1 (1857) Aden, Meino 6
7 Lunkmoss, Gerhard (1957) ½ : ½ (1810) Aden, Dagmar 7
10 Rockmann, Jan-Okke (1875) 1 : 0 (1860) Mescher, Florian 8

Los ging es mit einem Remis.

Arne Homann nahm nach 17 Zügen in total ausgeglichener Stellung das Remisangebot seines Gegners an (½:½)

Florian Mescher gewann gegen seinen jungen Gegner einen Bauern, behandelte den darauf folgenden Gegenangriff aber falsch und hatte am Ende eine Figur weniger und eine kaputte Königsstellung. (½:1½)

Damit lagen wir früh zurück und die Bremer gingen vielleicht davon aus, dass es genügen würde, den Rest der Partien Remis zu spielen. Zumindest lassen die folgenden vier Remisen darauf schließen.

Carsten zur Brügge machte nur einen Zug mehr als Arne Homann, aber der Partieverlauf war ähnlich. Im besten Sinne des Wortes ereignislos. Die Remisbreite wurde an keiner Stelle überschritten. (1:2)

Bei Keno Aden hatte der Gegner zwischenzeitlich ganz leichten Vorteil, aber das war ein typischer minimaler Computervorteil. Nicht wirklich umzusetzen, zumindest nicht in der Landesliga. Auch hier gab es ein Remis, diesmal aber nach 31 Zügen. (1½:2½)

Dagmar Aden gab ausgangs des Mittelspiels einen Bauern, um die Damen zu tauschen und die Stellung zu vereinfachen. Danach tauschte sie in ein Turmendspiel ab. Drei gegen zwei Bauern auf einem Flügel. So etwas kann vielleicht Carlsen kneten, aber der normale Feld-, Wald- und Wiesenspieler der Landesliga bekommt es nicht hin. Die Bauern wurden bis auf einen getauscht. Dagmar brachte ihren König vor den Freibauern und ihr Turm gab von hinten Schachs. Nach 75 Zügen sah ihr Gegner ein, dass er keine Fortschritte mehr erzielen kann und bot Remis. (2:3)

Uwe Rau verpasste nach schönem Spiel den Sieg. In typischer Manier hatte er seinen Gegner langsam eingeengt und sich im Leichtfigurenendspiel einen weit vorgerückten Freibauern geschaffen. Sein Gegner hatte auch einen, aber der stand noch in der Grundstellung. Jetzt hätte sein König nach vorne marschieren müssen, aber das war schwer zu berechnen. Beide Seiten hätten eine Dame bekommen, aber es war als Spieler kaum vorherzusehen, ob es tatsächlich zum Gewinn langt oder gar eine Niederlage bringt. Also entschied Uwe sich dazu, auf Nummer sicher zu spielen. Er brachte seinen König ins Zentrum und hielt die Stellung ausgeglichen. (2½:3½)

Tammo Aden konnte im Springerendspiel einen Bauern gewinnen. Er ließ seinem Gegner zweimal die Chance auf Ausgleich, die der Bremer aber nicht ergriff. Tammo konnte die Springer tauschen und in ein gewonnenes Bauernendspiel abtauschen. (3½:3½)

Damit stand es ausgeglichen und es kam auf meine Partie an. Mein Gegner hatte 220 DWZ-Punkte mehr als ich und alles andere als eine Niederlage wäre eine Überraschung gewesen. Aber ich hatte ein Trumpfkarte: unsere Vorbereitung auf den Mannschaftskampf. Ich wählte in der Eröffnung eine Nebenvariante, die sich als überraschend stark erwies. Das brachte meinen Gegner wohl etwas aus dem Konzept. Er verbrauchte zu Beginn deutlich mehr Zeit als ich und musste permanent auf Drohungen reagieren. Im Gegensatz zu den Remisen von Arne und Carsten war bei mir der Partieverlauf wechselhafter. Ich hatte zwar meistens Vorteil, ließ meinen Gegner aber immer wieder ausgleichen. (Lichess: Ich 6 grobe Patzer, er 5 grobe Patzer). Wir spielten beide nicht perfekt, aber lange. So lange, dass wir jeweils mindestens 50 Züge auf Inkrement absolvieren mussten. Mein Gegner war einmal auf 9 Sekunden runter! Und mein vieles Geblitze bringt was 😉 Ich hatte am Schluss zwei Mehrbauern und opferte noch die Qualität. Nach sechs Stunden Spielzeit und einer Seeschlange von 118 Zügen gab mein Gegner auf! (4½:3½)

Ich war fix und alle. Und wir hatten gewonnen!

Trotzdem sind wir noch auf dem letzten Tabellenplatz. Die Liga ist dieses Jahr aber auch extrem ausgeglichen. Der Tabellendritte Hagener SV hat 5 Mannschaftspunkte, wir als Tabellenletzter haben 4. Und nach der Mannschaftsleistung gegen Bremen-Nord ist noch fast alles drin (bis auf den Aufstieg 😉

Mannschaft 1 2 4 5 6 7 8 9 10 MP BP
1. SK Nordhorn-Blanke 2 5 5 5 8 24
2. SV Werder Bremen 4 3 5 6 20½
3. Hagener SV 3 6 4 5 23
4. Sfr Bremer Osten 2 4 3 5 5 19½
4. SG Osnabrück 3 4 3 5 5 19½
6. Stader SV 4 4 4 5 18
7. SC Turm Lüneburg 6 4 21
8. SK Bremen-Nord 5 4 4 4 19
9. SG Ammerland 3 3 5 4 4 4 19
10. Fortuna Logabirum 3 2 4 16½